Mittwoch, 11.3. Anreise
Der März bringt mich erneut auf die Bianca Rambow. Bei der Buchung der Reise fuhr das Schiff noch die Norwegenroute. Inzwischen wurden beim Charterer Unifeeder die Schiffe etwas „durchgetauscht“ und nun bedient die Bianca Rambow das Baltikum. In den letzten Tagen hatte sich der Fahrplan immer wieder geändert und während es lange Zeit nur nach Gdynia (Gdingen, Polen) gehen sollte, steht jetzt kurz vor der Abreise auch noch Gdansk (Danzig) und Göteborg auf dem Plan.
Es bleibt also spannend und ich starte am Vormittag nach Hamburg. Mein Einstieg ist ab 13 Uhr am Terminal Altenwerder CTA möglich. Ich fahre bis Hamburg-Othmarschen und nehme von dort ein Taxi durch den Elbtunnel zum CTA. Der Shuttle des Terminals steht schon am Gate und so kann ich fast nahtlos zum Schiff. Dort dann die übliche Prozedur, die Gangwaywache nimmt mich in Empfang und dann erst einmal zum diensthabenden Offizier, Unterschriften leisten und Pass abgeben. Und dann geht es ab in die Kammer, die ja auf der Bianca Rambow sehr schön ist.
Um 15 Uhr bin ich mit allem durch und sehe mich erst einmal um. Der Koch ist derselbe, wie auf der letzten Reise, die gute Verpflegung ist damit sicher gestellt und ich genieße zum ersten Abendessen dann auch einen leckeren Burger mit Pommes und Salat.
Um 22 Uhr verholen wir zum Containerterminal Tollerort und von dort soll es morgen früh um 6 Uhr weitergehen.






Donnerstag, 12.3. Hamburg-NOK-Ostsee
Ja, bei diesen Containerschiffen kommt es immer anders als man plant. Bereits um halb zwei Uhr in der Nacht höre ich wie die Maschine startet. Ich überlege kurz auf die Brücke zu gehen, entschließe mich dann aber doch liegen zu bleiben, denn die Fahrt auf der dunklen Elbe ist ja nicht so spannend.
Um 6 Uhr bin ich aber dann doch auf der Brücke. Wir haben Brunsbüttel erreicht und nun geht es in die Schleuse, der Lotse ist schon an Bord. Ich bin erst unten auf der Manöverstation achtern und dann auf der Brücke. Bei der Ausfahrt aus der Schleuse wird es gerade hell. Ein wunderschöner Anblick.



Jetzt aber erst einmal frühstücken und dann noch einmal für zwei Stunden hinlegen. Rechtzeitig zum Lotsenwechsel in der Kanalmitte bin ich wieder auf der Brücke und kurz nach dem Wechsel kommt uns dann auch noch die Ida Rambow entgegen. Sie wird mein Schiff im Mai werden. Kurz darauf die Eisenbahnhochbrücke Rendsburg, mit Zug obendrauf und Schwebefähre unten drunter. Alles passt perfekt.
Gegen 14:30 Uhr erreichen wir die Schleuse in Kiel Holtenau, anschließend durch die Kieler Förde und dann starten wir unsere Fahrt nach Gdynia. Dort haben wir allerdings erst am Samstag Vormittag einen Slot zum Ausladen, wir haben somit reichlich Zeit.











Freitag, 13.3. Gdynia
Das Wetter ist schön und die Ostsee ruhig, 4-5 Windstärken aus südlichen Richtungen stören uns nicht. Gegen 16:30 Uhr erreichen wir Gdynia und gehen in Sichtweite des Hafens vor Anker. So ein Ankermanöver ist immer wieder spannend, vor allem wenn man so hautnah dabei sein darf.
Es wird also eine sehr ruhige Nacht auf Reede vor Gdynia.


Samstag, 14.3. Gdynia – Gdansk
Nach dem Frühstück heißt es „Anker auf“. Auch bei dieser Manöver bin ich vorn auf der Back dabei.
Dann geht es den kurzen Weg in den Hafen und nach einer eleganten Wende im Hafenbecken sind wir am Baltic Container Terminal Gdynia fest. Es sind nur 55 Moves und so sollte es schon nach dem Mittagessen weitergehen.







Um 13 Uhr sind wir fertig und legen wieder ab. Es geht den kurzen Weg durch die Danziger Bucht, hinüber nach Danzig. Um 15 Uhr sind wir vor der Hafeneinfahrt und nach neuer Vorschrift des Hafens bekommen wir achtern einen Assistenzschlepper.
Um halb vier sind wir dann fest am Baltic Hub Gdansk. Hier werden fast alle Container abgeladen und neue aufgeladen. Es wird also eine längere Liegezeit. Allerdings ist das Terminal so abgelegen, dass ein Ausflug in die Stadt schwierig ist.






Sonntag, 15.3. Gdansk
Eine entspannte Nacht nur unwesentlich beeinträchtigt durch die Ladevorgänge. An der Planung hat sich nichts geändert, aber an der Route. Wir werden von Göteborg aus nicht zurück durch den Nordostseekanal, sondern direkt durch die Nordsee nach Hamburg fahren.
Doch zunächst geht es nach Göteborg. Die normale Route geht dabei durch den Großen Belt. Der direktere Weg führt allerdings durch den Øresund, den kleinen Belt zwischen Kopenhagen und Malmö. Der maximal mögliche Tiefgang ist dort allerdings 8m. Wir müssen also einmal schauen welchen Tiefgang wir haben und wie der Wasserstand der Ostsee morgen ist.
Die Beladung geht zügig voran. Teilweise wird mit 3 Containerbrücken gleichzeitig gearbeitet. Über 350 Moves sind zu leisten. Um 16 Uhr erfolgt der letzte Move, die Gearbox (Boxen mit den Containerbefestigungen – Twistlocks) wird wieder an Bord gehoben. Und um 17 Uhr starten wir, wieder mit Schleppi, Richtung Göteborg









Montag, 16.3. Auf See
Zum Frühstück sind wir schon weit in der Ostsee, fast schon vor Rügen. Beim Frühstück erfahren wir dann, dass es durch den kleinen Belt gehen wird. Mit einem Tiefgang von 6,9 m – nachdem etwas Ballast abgelassen wurde – können wir es wagen. Es ist eine ruhige Fahrt durch die Ostsee, das Wetter ist trübe und gelegentlich regnet es etwas.
Gegen 13 Uhr erreichen wir den Öresund. Hier gibt es zwei mögliche Routen. Eine führt Richtung Nordost und unter Brücke hindurch Richtung Malmö und dann zurück Richtung Nordwest. Der direkte Weg führt links an der Brücke vorbei (die Straße verläuft hier im Tunnel) durch den Dragørsund, direkt an Kopenhagens Flughafen Kastrup vorbei. Beide Routen sind sehr schmal, nur 300m breit und 8m tief. Der Kapitän entscheidet sich für die direkte Route durch den Dragørsund. Er verringert die Geschwindigkeit auf 10 Knoten, da sich das Schiff sonst durch den geringen Abstand von Schiffsboden und Meeresgrund quasi am Boden festsaugen könnte. Wir passieren den Sund ohne Gegenverkehr, ein größerer Bulker wartet brav bis wir die ca. 3 Seemeilen lange Enge passiert haben.







Weiter geht es dann vorbei an Kopenhagen und Helsingsör (Hier sehen wir wieder die Ida Rambow, diesmal im Hafen) weiter nach Norden. Gegen 22:30 Uhr verlangsamen wir die Fahrt, Wir haben die Außenreede Göteburg erreicht und gehen hier vor Anker. Ich verfolge das Manöver diesmal von der Brücke aus. 20 Minuten später sind 125m Kette draußen bei 30m Wassertiefe. Das Schiff liegt stabil und wir bekommen eine Ruhige Nacht.

Dienstag, 17.3. Göteborg
Morgens zum Frühstück sind nur 3 Grad Außentemperatur. Es liegt Nebel über Land, dass daher nicht zu sehen ist. Richtung Kattegat ist es nicht so dunstig. Um 8:15 Uhr passiert die Stena Scandinavica auf dem Weg von Kiel nach Göteborg unseren Liegeplatz.
Da die Internetverbindung in der Kammer recht dünn ist, beziehe ich einen Arbeitsplatz hoch oben auf der Brücke, um der Reisebericht fortzuschreiben und einige E-Mails zu beantworten. Ein schöner Arbeitsplatz mit Meerblick.




Um 11:30 Uhr lichten wir den Anker und es geht Richtung Göteborg. Um 12 Uhr kommt der Lotse an Bord und es geht durch den Schärengarten, vorbei an der Nya Älvsborg Fästning und direkt dahinter legen wir am APM Terminal an. Wir sind um 13 Uhr fest.







Lange Zeit passiert nichts, aber gegen 18 Uhr wir mit dem Abladen begonnen und es geht die ganze Nacht hindurch weiter.
Mittwoch, 18.3. Göteborg – Skagerak
Die Nacht war etwas unruhig, denn das Ent- und Beladen spürt und hört man in der Koje dann doch. Nach dem Frühstück schaue ich ein wenig dem „Containertetris“ zu. Es wird mit zwei Containerbrücken gearbeitet. Ich bin erstaunt, dass der größte Teil der in Danzig aufgenommen Container hier wieder abgeladen wird. Wir haben damit offenbar einen Transport von Danzig nach Göteborg durchgeführt. Aber das Schiff füllt sich zunehmend mit Ladung für Hamburg und Bremerhaven.





Um 14:30 Uhr sind wir fertig und um 15 Uhr kommt der Lotse an Bord, aber nicht allein. Mit ihm kommen ein Ausbilder und 4 Soldaten der schwedischen Marine mit an Bord. Sie gehören zu den Landungstrumps und sollen auf See über die Jakobsleiter aussteigen im „Realbetrieb“. Eine Stunde später sind wir schon auf See und die ganze Horde geht auf den kleinen Lotsenversetzer. Danach ist wieder Ruhe an Bord und wir fahren Skagen entgegen.







Donnerstag, 19.3. Nordsee – Hamburg
Beim Frühstück sind wir schon in der Nordsee weit vor der dänischen Küste. Anfangs der Nacht war etwas Wellengang, aber im Laufe des Tages wurde es immer ruhiger, bis die Nordsee glatt ist wie ein Ententeich. Die Temperaturen sind angenehm mild nach den 4 Grad in Göteburg. Wir passieren Höhe Helgoland die Reede für tiefgehende Schiffe und wenig später die Außenreede Elbe. Es ist sehr wenig Verkehr und im schönsten Abendlicht fahren wir der Kugelbake von Cuxhaven entgegen, die wir gegen 18 Uhr passieren. Um 23 Uhr sind wir am CTB am Athabaskakai in Hamburg fest.










Freitag, 20.3. Hamburg
Um vier Uhr wird es noch einmal laut, die Machine geht an und wir verholen zum Eurogate. Um 7 Uhr, im schönsten Morgenlicht noch ein letztes Frühstück an Bord und dann wird der Shuttle gerufen. Hier endet meine Seereise und es geht zurück nach Bramsche.





Und hier noch einmal die gesamte Reiseroute
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