Dies wird meine 16. Reise und ist die letzte, gebuchte Frachtschiffreise. Gebucht hatte ich diese Reise, wie auch die Reisen im Mai und März diesen Jahres bereits über ein Jahr zuvor und zwar für das Fahrtgebiet Norwegen. Keine der Reisen ging dorthin. Auch zeitlich hatten sich alle Reisen nach hinten verschoben. Diese Reise sollte eigentlich am 5.8. starten und nur weil zwei Passagieree abgesagt hatten, konnten wir bereits am 11.8. einsteigen, sonst wäre es der 21.8. gewesen.
Nun sind diese Verschiebungen bei Frachtschiffreisen durchaus normal. Der Charterer DP World (Unifeeder) verlegt seine Schiffe immer wieder in andere Fahrtgebiete und ändert gern auch kurzfristig den Fahrplan. Das kenne ich ja von den vorherigen Reisen. Es macht aber die Planung und die Abstimmung mit privaten Terminen äußerst schwierig.
Außerdem haben sich meine Interessen im Laufe der Zeit deutlich verändert. War es am Anfang vor allem das Abenteuer und alles Neue, das mich fasziniert hat, sind mir im Laufe der Reisen die Menschen, also die Mannschaften immer mehr ans Herz gewachsen. Es wurde mir immer weniger wichtig, wohin die Reise ging, sondern welche Mannschaft an Bord war. Das ist mir besonders bei dieser Reise aufgefallen, wo ich fast dieselbe Mannschaft erlebt habe wie auf der Junireise. Es war ein wenig wie nach Hause kommen. Aber das lässt sich Monate im Voraus natürlich überhaupt nicht planen, zumal die Reiseagentur dies auch meist gar nicht weiß.
Wie wird es weitergehn? Künftig werde ich Reisen nur noch spontan machen, also in der Agentur nachfragen, ob es auf einem Schiff eine Lücke gibt und dann entscheiden: wohin geht es und welcher Kapitän / welche Mannschaft ist an Bord. Ob es also zu weiteren Reisen kommt, bleibt ungewiss.
Nun geht es aber erst einmal auf die Reise mit der Ida Rambow nach Polen und Schweden. Besonders schön war, dass ich diese Reise zusammen mit meinem Freund Manfred machen konnte. Los geht’s…

Foto: Sjörn Faul
11.8.2026 Anreise
Späte Anreise. Ich treffe mich mit Manfred am späten Nachmittag am Bahnhof Altona. Es ist noch Zeit für ein Abendessen beim Italiener und dann geht es mit dem Taxi zum Eurogate auf die andere Elbseite. Der Shuttle bringt uns zügig zum Schiff und so sind wir schon um acht Uhr an Bord. Hinter uns am Kai liegt die Skalar und wie es der Zufall will, ist Martin Lienau heute als Kapitän eingestiegen. Das verlangt nach einem Kurzbesuch, kurz über WhatsApp verabredet und so wechseln wir für einen Kurzbesuch das Schiff. Schön ein wenig mit Martin zu plaudern. Zu lang wollen wir uns aber nicht aufhalten, denn um 23 Uhr heißt es bereits Verholen in den Vorhafen zum Terminal Tollerort CTT.






12.8.2026 – Im Hamburger Hafen
Wir erwachen, wo wir gestern eingeschlafen sind, am Terminal Tollerort CTT. Aber schon bald nach dem Frühstück geht es los, wir verholen zum Terminal Altenwerder CTA. Eine kurze, aber schöne Fahrt bei bestem Wetter. Nach dem Mittagessen geht es dann wieder zurück, aber nun zum Terminal Burchardkai CTB.







Am CTB bleiben wir bis heute Abend liegen. Wir beiden Passagiere bekommen hier eine ausführliche, 2-stündige Sicherheitseinweisung. Am Abend gibt es dann eine teilweise Sonnenfinsternis. Ohne geeignete Brille ist davon allerdings nicht viel zu sehen. Gegenüber am Elbstrand stehen aber hunderte Schaulustige. Für uns wird es nur ein wenig dämmrig, dann kurz wieder etwas heller und dann setzt der Sonnenuntergang und die Abenddämmerung ein. Um kurz vor 22 Uhr starten wir elbabwärts. Es geht durch den Nord-Ostsee-Kanal zu unserem ersten Ziel, Danzig.










13.8.2026 Nord-Ostsee-Kanal und Ostsee
Zum Frühstück haben wir bereits die Hälfte des Kanals geschafft. In Rüsterbergen, kurz vor Rendsburg ist Lotsenwechsel. Es ist eine ruhige Fahrt bei schönstem Wetter. Bereits gegen elf Uhr erreichen wir die Schleuse Kiel Holtenau. Zügig werden wir geschleust und dann geht es hinaus auf die ruhige Ostsee. In Höhe Rügen erleben wir einen schönen Sonnenuntergang.











14.8.2026 – Danzig
Den Tag über fahren wir in langsamer Fahrt entlang der polnischen Küste. Unser Liegeplatz in Danzig steht erst ab 18 Uhr zur Verfügung. Gegen 17 Uhr kommt der Lotse an Bord und wir erhalten einen Assistenzschlepper. Um 18 Uhr sind wir ohne Probleme fest. Das Containerterminal liegt ein ganzes Stück außerhalb der Stadt. Trotzdem entschließen wir uns noch zu einem Landgang. Der Shuttlebus fährt nur zu bestimmten Zeiten, aber wir haben Glück und werden von einem Kleinbus mitgenommen zum Gate. Ein Taxi ist nicht zu sehen, aber eine Bushaltestelle. Also öffentlich fahren. Im Bus gibt es ein Terminal, wo man die Kreditkarte vorhalten muss. Es kommt aber kein Fahrschein und es scheint auch keine Ausgabe zu geben. Ein zweiter Versuch, dann gebe ich auf. Später sehe ich, dass zweimal 1,15 Euro abgebucht wurden. Ich hatte also wohl 2 Fahrscheine.
Wir erkunden die Stadt zu Fuß, landen zunächst auf dem alten Werftgelände der Solidanosc, finden aber schließlich die schöne Altstadt. Sie ist sehr schön hergerichtet und aktuell gibt es jede Menge Buden in den Gassen. Wir finden eine nettes Restaurant und die typischen Pierogi müssen natürlich probiert werden. Dann bummeln wir noch etwas am alten Hafen und nehmen dann ein Taxi zurück zum Terminal. Dort erreichen wir den 23 Uhr Shuttle zurück zum Schiff. Morgen früh starten wir dann nach Schweden.

















15.8.2026 – Seetag
Schon vor dem Frühstück starten wir, mit der üblichen Schlepperbegleitung aus dem Hafen. Außerhalb des Hafens verlässt uns der Schlepper und der Lotse und es heißt Kurs Nord. Den ganzen Tag und auch die kommende Nacht geht es über die Ostsee, vorbei an Gotland nach Mittelschweden. Unser Ziel ist der Hutchinson Port Stockholm. Klingt gut, allerdings liegt der Hafen nicht in Stockholm, sondern im kleinen Ort Nynäshamn ca. 60 km südlich von Schwedens Hauptstadt. Dort werden wir morgen Sonntag früh ankommen.






16.8.2026 – Sonntag auf dem Terminal
Nach ruhiger Nacht erreichen wir gegen 7 Uhr die schwedische Schärenküste. Der Lotse kommt an Bord und begleitet uns zum Terminal. Es ist Sonntag und auf dem Terminal wird nicht gearbeitet. Es gibt daher auch keinen Shuttle, um in die Stadt zu kommen. Wir genießen die Ruhe und das schöne Wetter. Ein wenig Aufregung gab es wegen eines erkrankten Matrosen, der mit dem Rettungswagen nach Stockholm zur Untersuchung gebracht wurde. Wir haben davon aber erst hinterher erfahren. Für morgen um 9 Uhr haben wir uns den Shuttle bestellt.







17.8.2026 – Nynäshamn
Zunächst die gute Nachricht, der Matrose ist gestern Abend aus dem Krankenhaus zurückgekommen. Er hat eine akute Gürtelrose und hat einige Medikamente bekommen, ist aber zunächst arbeitsunfähig. Pünktlich um 9 Uhr steht der Shuttle am Schiff und bringt uns die wenigen hundert Meter zum Gate. Dort bestellen wir uns ein Taxi, welches uns die 6 km nach Nynäshamn fährt.
Um halb zehn ist es überall noch sehr ruhig, wir schlendern durch den ruhigen Küstenort, aber es zieht uns dann doch zum alten Hafen. Hier befindet sich auch der Bahnhof, mit Direktverbindung nach Stockholm. Im Park am Bahnhof befindet sich eine schöne Bouleanlage und ich bekomme direkt Lust. Wir genießen ein leckeres Mittagessen in der „Alten Räucherei“ und drehen dann noch einige Runden durch den beschaulichen Ort.
Gegen 16 Uhr nehmen wir ein Taxi zurück zum Terminal. Das Terminal ist bereits geschlossen und es gibt nur einen Wachdienst. Nach Überprüfung unsere Papiere und einer telefonischen Rückfrage per Telefon, bringt er uns persönlich zu Fuß zu unserem Schiff.
Dort ist der Kapitän gerade dabei am Schiffsrumpf zu streichen. „Wenn ich die Schramme reingefahren habe, muss ich sie auch wegmachen“ ist sein trockener Kommentar.
Um 21 Uhr kommt der Lotse an Bord und kurz hinter der Fähre nach Ventpils in Lettland, verlassen wir den Hafen Richtung Süden. Unser nächster Hafen ist Norrköping, eigentlich nur eine Fahrt von rund 4 Stunden. Wir werden also sehr langsam fahren und trotzdem morgen früh schon lange vor dem Frühstück dort sein.
















18.8.2026 – Norrköping
Bereits nachts um 4 Uhrä erreichen wir Norrköping ping. Nach dem Frühstück ist Zeit für einen Landgang. Und hier im Hafen gibt es einen besonderen Service. Aus den Lotsengeldern wird unter anderem ein Seemannsclub finanziert, der sich um die Seeleute im Hafen kümmert. Und so steht um 10 Uhr ein Kleinbus am Schiff und die Fahrerin fragt, ob jemand an Bord etwas benötigen würde. Sie bietet uns an, uns mit in die Stadt zu nehmen und so stehen wir um halb elf im Zentrum von Norköpping. Die Stadt ist mit knapp 100.000 Einwohnern ziemlich groß. Unsere Fahrerin hatte uns empfohlen, das alte Industriegelände am Fluss zu besuchen und das war ein sehr guter Tipp. Es handelt sich um alte Gebäude der Weberei, Tuchproduktion, Papiermühlen und Ziegelwerke, die aufwändig restauriert wurden und heute Bildungseinrichtungen, Museen aber auch Firmen beherbergen. Wir kreuzen mehrmals den Fluss und finden immer neue schöne Ecken. Es gibt viele Restaurants, sodass es kein Problem ist einen Platz fürs Mittagessen zu finden. Zum Abschluss geht es noch einmal in den eigentlichen Stadtkern, bevor wir dort abgeholt und wieder zum Schiff gebracht werden.
Um 16 Uhr sind wir wieder an Bord und um 18 Uhr starten wir zu einer Fahrt durch den langen, wunderschönen Fjord in der Abenddämmerung
























19.8.2026 – Seetag
Heute ist Seetag. Es geht entlang von Öland, zwischen Bornholm und Schweden hindurch, an Rügen vorbei, durch die Kadettrinne, dem Fehmarn Belt und schließlich erreichen wir dann morgen früh um fünf Uhr den Leuchtturm Kiel.






20.8.2028 – von Kiel nach Bremerhaven
Um 4:30 Uhr erreichen wir die Kieler Förde und passieren Friedrichsort um 5 Uhr. Die Schleuse ist frei und wir können direkt einfahren. Im Morgenlicht legen wir die erste Hälfte des Kanals zurück und erreichen um kurz vor zehn Uhr die Lotsenstation Rüsterbergen.












Normalerweise geht in Rüsterbergen ein Lotse von Bord und es kommt der neue Lotse für die westliche Kanalhälfte bis Brunsbüttel. Doch heute wird es voll auf der Brücke. Es kommt die Lotsin für die zweite Hälfte und zusätzlich noch ein weiterer Lotse, dann ein Reporter und ein Fotograf der SHZ (Schleswig-Holsteinische Landeszeitung). Es soll eine Reportage über die einzige Kanallotsin (eine Frau unter 130 Männern) gemacht werden, für eine im Herbst erscheinende Beilage zur Zeitung. Da der Chiefmate, wir beiden Passagiere und zwei Kanalsteuerer bereits auf der Brücke sind, wird es richtig voll. Aber es ist ja schönes Wetter und so verziehe ich mich lieber nach draußen.
Gelegentlich kommen auch der Reporter und der Fotograf nach draußen um etwas Pause zu machen, und wir kommen ins Gespräch. Er ist von „diesem alten Mann“, der seine Ferien auf einem Containerschiff verbringt dann doch so fasziniert, dass er meint ich bräuchte auch einen Platz in dem Artikel.
Aber einige Tage nachdem ich wieder zu Hause war, rief er mich an und wollte mich interviewen, denn man hatte sich entschlossen diesem Rentner nun doch einen eigenen Artikel zu widmen. Und so kam ich auf die Titelseite der SHZ vom 26.8.2026.
Und hier der ganze Artikel:
Frachtschiffreise statt Kreuzfahrt:
NOK-Gast Jens Medenwaldt und sein besonderes Hobby

Jens Medenwaldt aus der Nähe von Osnabrück ist regelmäßig Gast auf Containerschiffen auf dem Nord-Ostsee-Kanal unterwegs
Keine Animation, kein Pooldeck, kein Gala-Dinner: Jens Medenwaldt reist regelmäßig als Gast auf Containerschiffen durch Nordeuropa – und passiert dabei auch Rendsburg auf dem Nord-Ostsee-Kanal.
Was den 70-Jährigen an dem Urlaub ganz ohne Luxus reizt.
Wenn die tonnenschweren Containerschiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal an Rendsburg vorbeigleiten, vermuten wohl nur wenige Spaziergänger am Ufer Urlauber an Bord. Und doch steht oben an der Reling, hoch über gestapelten Stahlboxen, Jens Medenwaldt mit einem Fernglas in den Händen. Statt Pooldeck, Animation und Gala-Dinner wählt der 70-Jährige aus Bramsche bei Osnabrück seit zwei Jahren regelmäßig die raue Entschleunigung einer Frachtschiffreise. Aber wie kam er zu diesem Hobby?
Den Großteil seines Lebens hat der gebürtige Hamburger im Osten Schleswig-Holsteins verbracht, ehe es ihn vor drei Jahren ins südliche Niedersachsen verschlug. Trotz der langen Zeit im Land zwischen den Meeren hatte er eigentlich nie einen Bezug zur Seefahrt. Erst Anfang 2023, als ihm das Buch „Seafarers“ des Fotografen Patrick Ludolph in die Hände fiel – ein Reportage-Bildband über den Arbeitsalltag auf modernen Containerschiffen –, war sein Interesse geweckt.
Umgehend informierte er sich über Frachtschiffreisen. „Ich habe gedacht, die warten sicherlich nur auf mich“, sagt Medenwaldt schmunzelnd.
Regelmäßig auf dem Nord-Ostsee-Kanal unterwegs
Der Anruf bei einer Reiseagentur holte ihn jedoch schnell auf den Boden der Tatsachen zurück: Man teilte ihm mit, dass er sich auf Wartezeiten von bis zu einem Jahr einstellen muss. „Es gibt viele Interessenten und nur ein begrenztes Angebot.
Das hätte ich damals auch nicht gedacht, sagt Medenwaldt. Als Rentner hat er jedoch einen großen Vorteil gegenüber anderen: Er kann spontan eine Lücke füllen und trat im April 2024 schließlich seine erste Fahrt an.

Jens Medenwaldt zieht eine Frachtschiffreise einer klassischen Kreuzfahrt vor. Dennoch schaut er sich die Urlaubsschiffe gerne durch sein Fernglas an
Mittlerweile stehen bereits 16 absolvierte Frachtschiffreisen auf seinem Konto. Die meisten führten ihn in den Ostseeraum (Baltikum, Finnland, Schweden), aber es ging auch schon nach Norwegen, Nordspanien, Teneriffa und Nordafrika. Normale Trips dauern acht bis zehn Tage, längere Touren auch mal drei Wochen. Regelmäßig ist Medenwaldt dabei auch Gast auf dem Nord-Ostsee-Kanal – wie auf seiner jüngsten Fahrt, die ihn von Hamburg über Danzig, Stockholm und Norrköping nach Bremerhaven führte.
Kosten und Kabine: Komfort statt Hängematte
Wenn Außenstehende den 70-Jährigen auf sein Hobby ansprechen, stellen sie oft Fragen wie: „Schläfst du in einer Hängematte unter Deck? Musst du an Bord mit anpacken?“ Dann sorgt Medenwaldt für Aufklärung: Passagiere haben eine eigene Kammer mit Bett, Tisch, Stuhl, Kleiderschrank, Dusche und WC – teils sogar ein eigenes Wohnzimmer. Und auch wenn er es manchmal gerne würde, mit anpacken muss und darf er nicht. Pro Tag fallen durchschnittlich Kosten von 100 bis 120 Euro an – drei Mahlzeiten inklusive, sagt Medenwaldt. Sich an Bord frei zu bewegen, ist grundsätzlich erlaubt, solange man geltende Regeln einhält und sich das Okay vom Kapitän oder diensthabenden Offizier holt.

Regelmäßig führen Jens Medenwaldt die Frachtschiffreisen auch durch den Nord-Ostsee-Kanal
Auch Landgänge sind nach Absprache möglich. Da Containerhäfen aber oft weit außerhalb liegen, braucht man nicht selten ein Taxi, um ins Zentrum zu gelangen, erklärt der 70-Jährige. Zudem können spontane Routenänderungen geplante Ausflüge durchkreuzen.
Doch was macht den konkreten Reiz dieser langen Reisen ohne Unterhaltungsprogramm für ihn aus? „Für Außenstehende wirkt es, als würde nichts passieren. Aber an Bord passiert ständig etwas“, sagt Medenwaldt. Die Seeleute arbeiten rund um die Uhr. „Wenn nachts um 3 Uhr angelegt werden muss, wird nachts um 3 angelegt.“ Anfangs faszinierte ihn jedes Geräusch in dieser „ganz anderen Welt“, später vertiefte er sein Wissen immer weiter – zum Beispiel in Sachen Ladungsberechnung.

Von wegen Hängematte: Frachtschiffgäste haben eine separate Kabine an Bord. Je nach Ausstattung des Schiffs umfasst dieses sogar ein eigenes Wohnzimmer.
Auch die Menschen an Bord prägen das Erlebnis, so der Frachtschiff-Fan. Im Laufe der Zeit hat er viele Kapitäne und Mannschaften kennengelernt, auf die er immer wieder trifft. „Durch die gemeinsamen Reisen wächst man zusammen.“ Dabei spielen auch sprachliche Barrieren keine große Rolle: „Ich fühle mich an Bord immer sehr willkommen.“
Voraussetzungen: Fitness, Attest und Seefestigkeit.
Bei längeren Touren ist man jedoch auch mal drei bis vier Tage am Stück auf See. „Dann ändert sich die Stimmung an Bord, es wird sehr viel ruhiger“ , sagt Jens Medenwaldt. „Das kann ohne Internet und Fernsehen schnell einsam werden. Da muss man aufpassen, dass man sich nicht in der Kammer vergräbt, sondern Kontakt zur Crew sucht“ – jedoch stets mit Fingerspitzengefühl, um niemanden bei der Arbeit zu stören.
Und welchem Menschenschlag würde der Experte eine Frachtschiffreise empfehlen? „Man muss offen sein, Interesse mitbringen und Dauergeräusche sowie Seegang vertragen. 7 Windstärken machen mit kleinen Frachtern natürlich mehr als mit Ozeanriesen“, sagt Medenwaldt. Seine Frau probierte es einmal aus und entschied sich fortan dagegen. So gehe es einigen, „Verrückte wie ich kommen allerdings immer wieder“.

Urlaub auf dem Containerschiff: Für Jens Medenwaldt hat diese Art zu reisen einen ganz besonderen Reiz.
Zudem sollte man fit sein. Bis zur Brücke gilt es immerhin oft sechs Stockwerke an Treppen zu bewältigen. Daher müssen über 65-Jährige ein ärztliches Gesundheitsattest vorlegen, das auch die Reisetauglichkeit ohne Schiffsarzt bescheinigt.
Medenwaldt erfüllt all diese Vorgaben noch mühelos. Für ihn steht fest: Die letzte Reise liegt noch lange nicht hinter ihm. Aktuell ist zwar nichts gebucht, aber er hofft, im September wieder spontan eine Lücke füllen zu können. Auf einer Rout zwischen Dublin, Southampton und Riga geht es dann wohl auch wieder durch den Nord-Ostsee-Kanal.

————-Ende des Artikels————
Trotz der Unruhe auf der Brücke durch die Presse, erreichen wir gegen 16 Uhr die Schleuse Brunsbüttel, wo dann alle wieder von Bord gehen und Ruhe einkehrt. Es geht weiter dann elbabwärts, ein kurzes Stück auf der Nordsee bis zur Wesermündung und dann die Weser hinauf nach Bremerhaven. Dort sind wir um 23 Uhr fest. Zum Aussteigen ist es zu spät und so habe ich noch eine letzte ruhige Nacht an Bord. Am Freitag, den 21.8. gehe ich dann nach dem Frühstück von Bord und fahre zurück nach Bramsche.













Moin Jens toller Reisebericht ohne Schnörkel aber mit schönen fachlichen Kommentare. Ich habe 1ne ähnliche Reise mit der OOCL Nevsky gemacht
von der Reederei Drevin durch den NOK nach Danzig wegen Eisgang kam
der Lotse an der Mole zum DCT wo aber die Container-Brücke kaputt war
und dann nach Stockholm Südhafen heute Wohngebiet dann aber nach
St.Petersburg mit Eisfahrt sowie den Problemen im FCTerminal und das
langwierige Anlegen durch Packeis. Dein Bericht ruft bei mir viele
ERinnerungen wach die ich auf ähnlichen Reisen mit Containerships hatte
die Schiffe von Wegener. Wünsche Dir für zuküntige Reisen viel Glück und
angenehme Besatzungen. Ahoi Dirk Schüerhoff Elmshorn mit heute 84
sind solche Reisen nicht mehr möglich, also nur noch 1 Molenkieker
Moin Jens!
Vielen Dank für Deinen ausführlichen Reisebericht und Deine Gedanken.
Ich hab’s mit viel Interesse und Teilnahme gelesen und habe mich sehr darüber gefreut. Ich wünsche Dir weiter viel Erfolg mit dem Finden von Reise-Chancen.
Bleib schön gesund und grüß die daheimgebliebene Elke herzlich.
Liebe Grüße, Klaus
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